Universität gründet Leseklub für arabische Literatur – Orientalíssimo

Die UFS (Federal University of Sergipe) eröffnet im Juli einen Leseclub, der sich der arabischen Literatur widmet – wenn nicht der einzige, so doch einer der wenigen seiner Art in Brasilien. Das Projekt ist Teil des Ende 2019 eingeweihten Zentrums für Arabistik und Islamwissenschaft. Der Verein wird sich einmal im Monat im Internet treffen, um über die ausgewählte Arbeit zu sprechen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Nach Angaben der brasilianisch-arabischen Nachrichtenagentur war der jüngste Gewaltzyklus in Jerusalem und im Gazastreifen einer der Katalysatoren des Projekts. „Wir haben das Bedürfnis, auf unterschiedliche Weise über die Geschehnisse im Nahen Osten zu sprechen, um der oberflächlichen Kurzlebigkeit zu entkommen, mit der die großen Medien Palästina und den arabischen Ländern begegnen“, sagte Marianne Gennari, eine der Gründerinnen des Clubs, gegenüber der Agentur.

Beim ersten Treffen wird die Gruppe die Kurzgeschichtensammlung „Beirut Noir“ des Libanesen Iman Humaydan diskutieren. Dank einer Partnerschaft zwischen dem Buchclub und dem Tabla-Verlag erhalten die Teilnehmer einen Rabatt beim Kauf des Buches. Für das zweite Treffen wurde das Werk „O Sussurro das Estrelas“ des Ägypters Naguib Mahfouz ausgewählt, das in Brasilien im Verlag Carambaia erschienen ist. Mahfouz ist der einzige arabischsprachige Autor, der einen Literaturnobelpreis erhalten hat. Künftig wird der Club auch über Literatur sprechen, die von Arabern in der Diaspora geschrieben wurde.

Der Leseclub der Universität Sergipe fällt mit einem hervorragenden Moment für die arabische Literatur in Brasilien zusammen. Wie ich kürzlich im Quatro Cinco Um Magazin erklärt habe, wurde noch nie so viel aus dem Arabischen ins Portugiesische übersetzt. Dies ist zum Teil auf die Entstehung einer Gruppe von Übersetzern am USP unter der Leitung von Professor Safa Jubran sowie des Fachverlages Tabla zurückzuführen.

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