CDU-Politiker will Bündnis mit AfD – und erntet scharfe Kritik

Der Thüringer Vizefraktionschef der CDU hält die AfD für eine konservative Partei und wirbt für ein Bündnis im Erfurter Landtag. Doch damit provoziert Michael Heym heftige Reaktionen in seiner Partei.

Nach der Forderung, eine Koalition mit der AfD nicht auszuschließen, halten einige Parteikollegen den Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten Michael Heym nicht mehr für tragfähig. „Leute, wie Herr Heym haben in der CDU nichts verloren“, schrieb etwa der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Marco Wanderwitz (CDU), auf Twitter.

„Wir Christdemokraten grenzen uns nach rechts- wie linksradikal klar ab. Die AfD ist keine bürgerliche Partei“, so Wanderwitz weiter. Der ehemalige Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, teilte den Beitrag auf Twitter.
Heym hält AfD für eine „konservative Partei“

Heym hatte Anfang der Woche mit Blick auf das Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen gesagt: „Man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man ein Viertel der Wählerschaft verprellt.“ Der Zeitung „Die Welt“ sagte Heym am Freitag, die AfD sei eine „konservative Partei“. Im neu gewählten Landtag gebe es eine „bürgerliche Mehrheit“ von CDU, FDP und AfD. „Wenn über die AfD gesprochen wird, sehe ich zuerst die fast 25 Prozent Wähler, die dieser Partei ihre Stimme gegeben haben“, so Heym zu dem Blatt. „Den immer gleich lautenden Reflex, dass das alles Nazis wären, den teile ich so nicht.“

Die AfD erreichte nach vorläufigem Ergebnis 23,4 Prozent und landete damit vor der CDU, die auf 21,8 Prozent rutschte. Die Linkspartei wurde mit 31 Prozent stärkste Kraft, die FDP liegt zurzeit nur eine Stimme über der Fünf-Prozent-Hürde und muss noch um den Einzug in den Erfurter Landtag bangen. Die Regierungsbildung gestaltet sich schwierig, auch ein Bündnis von CDU und Linkspartei ist im Gespräch.

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